4000 Schüler planen den Bau der Lutter mit

Ein in Deutschland einmaliges Projekt

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Das Projekt ist einmalig in Deutschland: Der zweite Bau- abschnitt der Lutter entlang der Ravensberger Straße soll gemeinsam mit fünf, Schulen geplant und realisiert werden. Die Bundesumweltstiftung ist fasziniert von der Idee, stellt eine finanzielle Förderung in Aussicht.


»Der Antrag ist gestellt,« sagt Martin Enderle vom Verein »Pro Lutter«. Die auf wändige Planung werde rund 100 000 Euro kosten, man hoffe, die Hälfte dieses Betrages von der Umweltstiftung zu bekommen. Enderle: »Die zweite Hälfte finanzieren wir dann aus Eigenmitteln und Spenden.«
Nach den Sommerferien soll damit begonnen werden, ein Konzept für eine offene Lutter zwischen Teutoburger Straße und »Hammer Mühle« zu erarbeiten. Ein Konzept, so Enderle, das »genehmigungsfähig, also umsetzbar ist«. Beteiligt würden neben Verein und Stadtverwaltung für die Schaffung der rein technischen Vor- aussetzungen ein Ingenieurbüro. Dazu kommen das Gymnasien am Waldhof, das Ratsgymnasium, das Helmholtz-Gymnasium, das Ceciliengymnasium und die Carl-Severing-Schulen. Martin Enderle: »Ein Riesenprojekt - schließlich stehen 4000 Schüler dahinter.«
Die Schüler gewinnen während des Planungsprozesses Einblicke in Berufe wie Wasserbauingenieur oder Landschaftsbauer Sie sollen ,vor allem aber eigene Ideen entwickeln, wie »ihre« Lutter aussehen könnte: mit Brücken, Inseln, einem »Mühlenteich«, und wie die Umgebung gestaltet werden kann. »Das lässt sich gut in den Unterricht einbauen,« ist Enderle überzeugt. »Biologie, Geschichte, Umwelt die Lutter hat mit vielem zu tun.« Die Zusagen aller fünf Schulen »an der Lutter« liegen vor.
Das genehmigungsfähige Freilegungskonzept brauche dann die Zustimmung der Stadt. Die Stadt müsse auch einen Antrag für die Landesförderung stellen. Bis zu 80 Prozent der Kosten, die auf 1,5 Millionen Euro geschätzt werden, könnten so finanziert werden.


Auch die Schüler Johannes Meyer zur Müdehorst, Sandra Eickhoff und Lukas Kneib (v.li.) könnten sich an der Lutter-Planung beteiligen. Im Grünzug am Waldhof fließt sie schon offen.
Foto: Hans-Werner Büscher
Auch die Allianz-Umweltstiftung habe ihr grundsätzliches Interesse erklärt, das Lutter-Projekt zu unterstützen, aber, so Enderle: »Die Stiftung braucht eine genehmigte Planung.« Baubeginn könnte frühestens Mitte 2008 sein.
Für den ersten Bauabschnitt, die Freilegung der Lutter im Grünzug am Gymnasium am Waldhof, brachte der Verein 250 000 Euro auf. Der Wasserlauf gehört seit seiner Einweihung im Herbst 2004 zu den Attraktionen in der Bielefelder Innenstadt. Enderle: »Die Menschen halten sich gern dort auf.«
Um so bedauerlicher findet er es, dass mehrere der gespendeten Ruhebänke scheinbar mutwillig zerstört worden sind. Enderle: »Wir überlegen, ob wir sie reparieren können oder ersetzen müssen.«

Westfalen Blatt vom
10.05.2007

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