Lutter, Linsensuppe und ein »Wasser-Programm«

Verein und Schulen feiern am Samstag die Freilegung

Bielefeld (bp). Erst zwei Jahre ist es her, dass sich der Verein »ProLutter« gründete - am Samstag, Punkt 12.30 Uhr werden die ersten 300 Meter frei gelegtes Lutterbett in der Grünanlage am Gymnasium Am Waldhof geflutet.
Die Initiatoren freuen sich über die Vollendung des 1. Bauabschnittes, denken aber bereits weiter: an die »Lutter-Promenade« zwischen dem Cafe Rodin/Kunst-halle und der neuen offenen Lutter und an Bauabschnitt Nr. 3: Der Bach soll auch im Grünzug zwischen Finanzamt und Helmholtz-Gymnasium oberirdisch fließen können.
Die »Promenade«, eigentlich »nur« eine neu gepflasterter Fußweg mit Bänken und Beleuchtung, würde gut 50.000 Euro kosten, eine weitere Freilegung so viel, dass es der Verein ohne öffentliche Förderung nicht finanzieren könnte. Das nämlich habe er beim


Erik Böker, Diplomand an der TU Berlin, hat Pläne erarbeitet.

»Probestück« am Waldhof geschafft. Projektleiter Martin Enderle: »Die Stadt musste keinen Cent dazu bezahlen - wie versprochen.« Erik Böker, der in Bielefeld an der Martin- Niemöller- Gesamt- schule sein Abitur gemacht hat und jetzt Landschafts- architektur an der TU Berlin studiert, schreibt seine Diplom-Arbeit über die Freilegung der Lutter, hat konkrete Pläne für den Abschnitt am Finanzamt

Die Lutter-Promenade ist nach Vorstellung des Vereins »ProLutter« ein nächster Schritt, den Bachlauf attraktiv zu machen.
erarbeitet. Bruno Peters und Prof. Dr. Andreas Beaugrand freuen sich: »Das kommt uns wie gerufen.«
Am Samstag beginnt das Ein-weihungs-Programm um 12 Uhr. 30 Minuten später flutet der Bielefelder Kabarettist Heinz Flottmann das Lutter- bett. Dann gestalten die »Vier Schulen an der Lutter« ein buntes Programm. Die Klasse 5 a des Gymnasiums am Waldhof macht Lutter- geister lebendig, das Ceciliengymnasium bereitet Linsensuppe mit Buchweizen- kuchen nach einem Rezept aus dem 18. Jahrhundert, als die Lutter noch nicht verrohrt war zu, die Bands der vier Schulen (Waldhof, Ratsgym- nasium, Ceci und Helmholtz) machen Musik, veranstalten ein Entenrennen. Der Verein Pro Grün pflanzt auf der »Insel« eine Esche, es gibt köstliche »Luttersteine«, neu kreiert von Cafe Fasson, Lutter- Bastelbögen und (hochprozentiges) Lutter- wasser. Der Historische Verein hat ein Sonderheft zur Lutter aufgelegt, die Kauf- mannschaft Altstadt verkauft Tassen zu Gunsten des Vereins ProLutter.
An die insgesamt zehn Ruhebänke, deren Anschaf- fung Sponsoren möglich gemacht haben, werden kleine Namensschilder der Spender geschraubt. Das erste, so Martin Enderle, sei das, das dem verstorbenen Umweltdezernent Wolfgang Du Bois gewidmet sei: »Ohne seine Unterstützung wäre die Freilegung der Lutter niemals Wirklichkeit geworden.«

Westfalen Blatt vom 06.10.2004

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