Planung auf gutem Weg - l. Bauabschnitt im Herbst 2004 fertig


Vergangenheit: Die Lutter zwischen Nebellswall und Damm
Von Manfred M a t h e i s e n

Bielefeld (WB). Ein halbes Jahr nach Gründung des Vereines »Pro Lutter« geben sich die Vorstandsmitglieder Bruno Peters und Prof. Dr. Andreas Beaugrand optimistisch: Wenn alles klappt, wird die Lütter im Herbst nächsten Jahres zwischen dem Cafe Rodin am Nebelswall und der Straße Am Bach wieder oberirdisch fließen. Die Finanzierung dieses ersten Bauabschnittes ist so gut wie gesichert. Noch vor den Sommerferien sollen die städtischen Gremien sich mit den Detailplanungen befassen können. »Wir schaffen mit diesem Projekt neuen Schwung in Bielefeld», meint Peters.

Die »Pro-Lutter«-Vorständler und Projektleiter Martin Enderle sind begeistert über die große Resonanz auf die »verrückte Idee«. Es zeige sich, dass viele Menschen darauf warteten, dass in der
Stadt ein positives Beispiel gesetzt werde. Spenden in Höhe von 270 000 Euro sind auf dem Konto bereits eingegangen, 300 000 Euro braucht der Verein, um den ersten Bauabschnitt des Vorhabens finanziell zu sichern.
Zwischen dem Cafe Rodin am Nebelswall bis zur Straße am Bach soll die Lutter zunächst auf einer Länge von rund 400 Metern frei gelegt werden. Vom Gymnasium am Waldhof aus soll die seit etlichen Jahrzehnten verrohrte Lutter offen durch die Grünanlage bis zur Straße »Am Bach« fließen. 800 000 Euro sind für diesen Teilbereich notwendig. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich zu 80 Prozent an den Kosten. Erste Abstimmungsgespräche mit der Verwaltung haben stattgefunden. »Wir finden im Rathaus ein offenes Ohr«, sagt Martin Enderle. Der Verein hofft, dass noch
viele Bielefelder das Projekt zu »ihrer Sache« machen. Mit vielfältigen Aktivitäten, deren Details noch festgelegt werden, soll weitere Aufmerksamkeit geweckt werden. So soll der traditionelle »Tag der Architektur« am 28. Juni mit Aktionen und Informationen zusätzlichen Schub geben. Bruno Peters: »Uns ist wichtig, dass die Bürger sich mit der Idee identifizieren«. Selbstverständlich sei man für jede Anregung dankbar. Die Lutter läuft unterirdisch auf einer Länge von 2400 Metern durch die Innenstadt bis zu den Stauteichen in Heepen. Vorgesehen ist eine Freilegung in vier Abschnitten. Der erste Teil vom Rodin bis zur Straße am Bach sowie der vierte durch den Grünzug am Finanzamt gelten als verhältnismäßig unkompliziert. Schwieriger wird es, den Bach entlang der Straßen durch die City zu ziehen. Die Büros Sönnichsen, Minden, und Stelzig, Soest, sind mit entsprechenden Planungen beauftragt worden.
Die Initiatoren setzen darauf, dass von der Lutter-Freilegung bis zur Straße »Am Bach« eine Initialzündung ausgeht, so dass es bei der Planung der weiteren Etappen ordentlich Rückenwind gebe.


Zukunft: Die Computer-Simulation zeigt die freigelegte Lutter in der Grünanlage am Waldhof-Gymnasium

Westfalen-Blatt vom 01.04.2003

zur Übersicht