Ein kurzes Stück: Die Lutter direkt hinter dem Rodin am Nebelswall. Pro grün möchte, dass das neue Bett nicht so tief liegt und sich dadurch der Bach besser an der Oberfläche integrieren lässt.
FOTO:TH.ULONSKA
Zustimmung zu Lutter-Projekt

Heute um 19 Uhr öffentliche Information in der Kunsthalle / DuBois: Frage des Geldes

VON FRANK BELL
Bielefeld. Das Vorhaben, die Lutter zwischen Nebelswall und Stauteich eins wieder ebenerdig fließen zu lassen, trifft in der Stadt offenbar auf breite Zustimmung. Heute Abend wollen um 19 Uhr im Vortragssaal der Kunsthalle pro grün, Verkehrsverein und Pro Bielefeld alle Interessierten über das Projekt informieren.
„Das Echo ist bis jetzt ausschließlich positiv”, sagt Michael Blaschke, Vorsitzender des Vereins pro grün. Er habe Rückmeldungen aus allen Bereichen der Bevölkerung. Viele Anrufer oder Gesprächspartner hätten ihre Bereitschaft erklärt, das Vorhaben mit Geld zu unterstützen, wenn es nicht so teuer sei.
Auch beim Spargelessen des Vereins Gildenhaus gab es dem Vernehmen nach Zustimmung. Dr. August Oetker machte in seinem Vortrag eine kleine Seitenbemerkung dazu: Vielleicht gäbe es ja demnächst auch Schiffe auf der Lutter.
Oberbürgermeister Eberhard David (CDU) hält die Idee von pro grün für eine gute Idee. Die Lutterfreilegung sei ein Feld, „wo sich bürgerschaftliches Engagement für unsere Heimatstadt Bielefeld lohnt.”
Umweltdezernent Wolfgang DuBois begrüßt das Vorhaben ebenfalls: „Man muss Kosten und Zuschüsse prüfen. Am Ende würde ich mich freuen, wenn es klappt.” Er selbst habe in seiner Zeit als Baudezernent die Freilegung der Lutter bereits im Altstadtsanierungskonzept vorgesehen. Der neue Plan von pro grün, die Lutter in einem neuen Bett bis zum Stauteich I fließen zu lassen, liege ihm noch nicht vor. „Für Offenlegungen und 'Entrohrungen' gibt es Landeszuschüsse”, stellte Du Bois fest. Das Ganze sei sehr reizvoll, doch „am Ende eine Frage der Ökonomie und vor dem Hintergrund des Sanierungsbedarfs bei Schulen und Stadttheater zu sehen.”
Aus dem politischen Raum haben sich Helmut Elges (BfB) und die PDS zu Wort gemeldet. In der Freilegung der Lutter sieht die PDS laut Pressemitteilung „Ansätze einer bürgerorientierten Stadtentwicklung”. Sie schlägt einen Verzicht auf den Untersee vor. Das Geld könne für die Lutter eingesetzt werden. Nächster Schritt müsse der Erhalt der Welle-Grabungen sein. Helmut Elges, langjährige Kommunalpolitiker (erst CDU, dann BfB) sagt zu dem Vorhaben: „Für mich ist das eine angenehme Überraschung, vielleicht sogar ein Geschenk zu meinem 85. Geburtstag, nachdem man doch fast 50 Jahre meine Bemühungen, dieses zu erreichen, ignoriert hatte.” Elges - er hat am 31. August Geburtstag - will eine Dokumentation seiner Vorstöße und Anträge dem Verein pro grün übergeben (siehe weiteren Bericht).

Neu Westfälische vom 21.06.2001

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