Weiter Bangen um Offenlegung der Lutter

Umweltdezernentin: Mitverantwortung bei der Stadt

Bielefeld (aut). Umweltdezernentin Anja Ritschel versucht weiter, Mut zu machen. Doch die geplante Offenlegung der Lutter im Grünzug zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I ist erheblich gefährdet. Gestern Abend in der Bezirksvertretung Mitte gab sich Ritschel zwar optimistisch, dass eine Lösung gefunden wird. Die meisten Fragen sind aber ungeklärt. Hintergrund ist, dass der Verein Pro Lutter in diesem Jahr mit der Offenlegung beginnen will und die Genehmigung dafür unterschriftsreif ist. 2,2 Millionen Euro soll das Projekt kosten, zu 80 Prozent gefördert vom Land, zu 20 Prozent aus Stiftungen. Eine Voraussetzung wäre, dass ein Düker (ein extra Rohr) durch die verrohrte Lutter zwischen Siekerwall und Teutoburger Straße verlegt wird. Als nun die Stadt untersuchte, ob das funktioniert, stieß sie auf marode Rohre und Kanäle, die dringend saniert werden müssen. Weil dies in der parallel zum Grünzug verlaufenden Ravensberger Straße teurer und schwieriger wäre, schlagen die Experten

die Verlegung in den Grünzug vor. Dort könnten die Kanäle unter der offengelegten Lutter verlaufen.Doch die Kanalplanung dafür würde zwei Jahre bis Anfang 2012 dauern. Dann benötigte das Lutter-Projekt aber eine neue Genehmigung, das zeitlich gebundene Stiftungsgeld wäre weg und die Landesförderung fraglich – mit der Folge, dass das Vorhaben nicht mehr finanzierbar wäre. Ritschel bekannte sich gestern zur Mitverantwortung der Stadt: „Die liegt ein Stück weit bei uns.“ Eine Zusage, dass die Stadt dann die Mittel übernimmt, kann sie aber nicht geben. Erleichterung verspricht sich die Dezernentinvon der Zusammenlegung der Baustellen: „Das würde Kosten sparen.“ Ein Kanalbaubeginn 2012 ist aberauch unsicher. Denn die Gesamtsanierung würde 15 bis 20 Millionen Euro kosten. Eine „Inliner“-Lösung im bestehenden Kanal scheint nach ersten Prüfungen ausgeschlossen. Ritschel versprach, dass im Juni die Prüfung abgeschlossen wird. Dann könnendie Politiker beraten.

Neue Westfälische vom 21.05.2010

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