Wollen an der Lutter flanieren: (v. l.) Ciaire Torosdag (15), Carolin Pieper (18), Lucas Dombrink (15) und Lillith Bitter (l5) präsentierten bei der Bürgerversammlung ihr Konzept mit Brücken, Sitzbänken und einer Insel zum Verweilen. FOTO: BARBARA FRANKE

„Fangen 2010 oder 2011 an”

Sehnsucht nach Wasser: Schüler zeigen Bürgern Pläne zur Lutter-Freilegung

VON TANJA BABIC
• Mitte. Bielefeld attraktiver gestalten. Die Sehnsucht nach Wasser befriedigen. Das wollen Jugendliche von fünf Bielefelder Schulen mit einer weiteren Lutter-Freile- gung erreichen. Vergangene Woche präsentierten die engagierten Schüler ihre Pläne den Politikern in der Bezirksvertretung Mitte, jetzt erläuterten sie Bürgern, wie sie sich die Gestaltung mit einem fließendem Bach durch die Stadt vorstellen.
Zu Beginn der Bürgerver- sammlung im Forum des Helmholtz-Gymnasiums zeig- te Martin Enderle, Vorstand des Vereins Pro Lutter, anhand einer Karte den derzeitigen — zumeist unter- irdischen - Verlauf der Lutter. Im Oktober 2004 wurde der
Bach vor dem Gymnasium am Waldhof freigelegt. „Das waren 120 Meter jetzt geht es um eine Strecke von 1.300 Metern”, sagte Enderle.
Von der Teutoburger Straße bis zum Stauteich I soll nach den Entwürfen der 50 Schüler vom Helmholtz-Gymnasium, Cecilien- und Ratsgymnasium, Gymnasium am Waldhof und Carl-Se- vering-Berufskolleg die Lutter wieder zu sehen sein. Rund 50 Anwohner und Interes- sierte verfolgten die Präsen- tationen der Arbeitsgruppen Geschichte, Bauen und Ge- stalten, Umwelt/ Ökologie/ Wasser und Politik/ Parti- zipation. Anhand einer Video-Animation zeigten sie, wie in Zukunft das Gebiet vom Finanzamt zum Stauteich aussehen könnte. „Super”,
„interessant gemacht”, „krea- tive Vorschläge” waren Kom- mentare aus dem Publikum. Es entstand eine angeregte Diskussion. Die Frage, wie realistisch eine Umsetzung sei, beantwortete Pro-Lutter-Vorsitzender Bruno Peters optimistisch: „Wir schätzen unsere Chancen als sehr gut ein. Wir sind frohen Mutes, dass wir 2010 oder 2011 beginnen können.” Es hänge schließlich davon ab, wie hoch die Förderung der Bezirksregierung ausfalle. Die Kosten liegen bei rund 1,5 Millionen Euro, wovon 300.000 Euro vom Verein gestemmt werden müssen. Die Büros Kim Richard (Landschaftsbau) und Detlef Sönnichsen (Wasserbau) nehmen die Ideen der Schü- ler in ihren Entwürfen auf.

Neue Westfälische vom
14.06.2008
zur Übersicht