Erster Spatenstich für Lutter kein „unmöglicher Auftrag”

Über 1.000 Schülerinnen und Schüler verfolgten den Auftakt des Projektes / Nächste Woche Beginn der Arbeiten zur Freilegung des Baches

VON FRANK BELL

Bielefeld. Es war ein kurzes, aber bestens besuchtes kleines Volksfest. Über l.000 Schülerinnen und Schüler hatten sich im Grünzug am Gymnasium am Waldhof versammelt. Die Big Band des Gymnasiums und die Bläsergruppe des Ratsgymnasiums leiteten gestern Morgen den ersten Spatenstich zur Freilegung der Lutter mit beziehungs- reichen Musiktiteln ein.


Kraftvoll: Meta Wadehn, Lisa Steinsiek, Felix Gora und Karen Elwitz (von links) hoben die ersten Erdbrocken aus.
FOTO: THORSTEN ULOSNSKA
Als Erstes war „Mission impossible” („Unmöglicher Auftrag”) aus der uralten Fernsehserie zu hören. So mag in den Ohren mancher Politiker das Vorhaben des Vereins Pro Lutter geklungen haben, den Bach in der Stadt wieder an die Oberfläche zu holen. Doch gestern war es so weit - trotz aller Widerstände und Hürden im Vorfeld.
Pro-Lutter-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Andreas Beaugrand bezeichnete es unter großem Beifall als glückliche Fügung, dass das Stadtgewässer 105 Jahre nach seiner Überwölbung (damals stank der Bach zum Himmel, weil er Abwasser führte) wieder das Tageslicht erblicken werde. „Und später, so Gott und die Herren aus dem Rat wollen, wird er bis zum Stauteich I offen fließen.” Er forderte Schülerinnen und Schüler der &bdquot;Luttergymnasien&rdquot; Rats-, Helmholtz-, Cecilien- und Gymnasium am Waldhof auf, die Bauarbeiten zu verfolgen und im Internet darüber zu berichten.

Regine Schürer, Geschäftsführerin von Pro Grün, kündigte an, der Verein werde einen neuen ausgewachsenen Baum für den spenden, der im Zuge der Freilegung fallen müsse.
Als dann hoben Meta Wadehn (Schülersprecherin Ratsgymnasium), Lisa Steinsiek (Ceciliengymnasium), Felix Gora (Helmholtzgymnasium) und Karen Elwitz (Gymnasium am Waldhof) mit kräftigen Spatenstichen die ersten Erdbrocken aus. Baubeginn wird nächste Woche sein. Die Bläser des Ratsgymnasiums intonierten dann den Beatles-Titel „When I'm six-ty-four” (Wenn ich 64 bin). Bei der Begeisterung der jungen Leute ist damit zu rechnen, dass sich auch noch jemand um die Lutter kümmert, wenn sie 64 Jahre lang an der Oberfläche geflossen ist.

Neu Westfälische vom 20.04.2004



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