Neuer Schub für das Lutter-Projekt

Antrag von Grünen und SPD im Rat

VON FRANK BELL

• Bielefeld. Grüne und SPD im Rat wollen das Lutter-Projekt weiter in Gang halten. Sie haben dazu einen Antrag für die Ratssitzung am 16. Dezember vorgelegt, in dem sie den Trägerverein pro Lutter bitten, nun doch ein Gesamtkonzept für das Offenlegen des Gewässers ab Straße Am Bach bis zum Stauteich I zu erarbeiten.

Nachdem CDU und BfB im Rat es abgelehnt hatten, beim Umbau der Straße Am Bach eine spätere Freilegung der Lutter berücksichtigen zu lassen, war der Verein gezwungen, sein Gesamtkonzept fallen zu lassen. Nur damit hätte er beim Land Zuschüsse beantragen können. So musste er den ersten Bauabschnitt vor dem Gymnasium am Waldhof mit den eingegangenen Spenden finanzieren, was so nicht geplant war.
„Mit den aufgewandten Kosten von 200.000 Euro für den ersten Abschnitt hätte das ganze Projekt umgesetzt werden können, wenn das Land mit der avisierten Förderung von 70 bis 80 Prozent eingestiegen wäre. Dazu war aber ein Gesamtkonzept nötig”, sagt Rainer Hahn, umweltpolitischer Sprecher der Grünen.

Er hält eine offene Lutter zunächst im Grünzug Teutoburger Straße bis Stauteich I für realistisch. Wasserplaner Sönnichsen hat dafür bereits eine kostengünstige Zwischenlösung parat, die ohne Pumpen auskommt.
Dem Antrag zufolge soll das Konzept mit Kostenabschätzungen und geprüften Fördermöglichkeiten dem Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss möglichst vor der Sommerpause vorliegen. „Wir müssen jetzt den Schub ausnutzen, der von der Begeisterung über den ersten Bauabschnitt ausgeht”, sagt Hahn. Die Gymnasien am Waldhof, Rat, Helmholtz und Cecilien sollen beteiligt bleiben.
Gleichwohl wollen Grüne und SPD die komplette Öffnung der Lutter (Am Bach und Ravensberger Straße) nicht aus den Augen verlieren. Nach wie vor sei ein Gesamtkonzept Voraussetzung für die finanzielle Förderung des Landes. Der Verein sei bereit, das Konzept abzufassen.
Angesichts der städtischen Finanzen soll der Haushalt nicht belastet werden: „Spenden werden weiter nötig sein”, sagt Hahn. Außerdem soll die Stadtverwaltung, so der Antrag, das Projekt weiter fachlich unterstützen und dem Verein beim Auftun von Fördermitteln helfen.

Neu Westfälische vom 09.12.2004

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