Die nächsten Bauabschnitte: Andreas Beaugrand und Bruno Peters (beide pro Lutter) im noch trockenen Lutterbett mit Entwürfen des angehenden Landschaftsarchitekten Erik Böker, der seine Diplomarbeit über die Lutter schreibt.
FOTOS: WOLFGANG PRÜSSNER
Die Lutter fließt ab Samstag

Buntes Programm rund um die Einweihung/Flottmann flutet um 12.30 Uhr

VON CONRAD SCHORMANN

• Bielefeld. Heinz Flottmann flutet um 12.30 Uhr am Samstag. Danach wird sich die Lutter ihren Weg durchs Bett bahnen und fortan oberirdisch fließen - zumindest im Grünzug am Gymnasium am Waldhof. Das Ende des ersten Bauabschnitts feiert pro Lutter am Samstag mit einem bunten Programm rund um das wieder ausgegrabene Gewässer.

Vor zwei Jahren gründeten einige Freunde fließenden Wassers den Verein pro Lutter. Jetzt ist der erste Bauabschnitt beendet und das Bett fertig. „Erstaunlich, wie schnell das ging”, findet nicht nur Professor Andreas Beaugrand vom Vereinsvorstand. Fließen könnte die Lutter heute schon durch den Minipark am Bach, aber das sähe der Gemeindeunfallversicherungsverband nicht gerne. Damit kein Schülerbein zwischen den Ufersteinen einklemmt, musste pro Lutter alle Fugen schließen. Bis am Samstag das Wasser fließt, sind weitere Auflagen zu erfüllen.
Vor Verletzungen sind Schüler dann sicher, vor dem pädago-gischen Eifer der Lutterleute nicht. Die Feier am Samstag beginnt um 12, damit insbesondere die Gymnasiasten der „Vier Schulen an der Lutter” (Rats, Ceci, Helmholtz, am Waldhof) erstmals das Gewässer sehen, an dem sie künftig nicht vorbeikommen.
Waldhof-Schüler haben vorgelegt: Im Foyer ihrer Lehranstalt steht eine Wasser-/Lutter-Ausstellung, und die Schüler der Klasse 5a werden, verkleidet als Wasser- und Luttergeister, übers Festgelände wuseln. In den Bio- oder Chemieunterricht könne die Lutter integriert werden, sagt Waldhof-Lehrerin Annegret Bakker. „Notorische Unterrichtsstörer” müssen künftig nach Schulschluss antreten zum Lutter-Reinigen.
Laut Martin Enderle haben die Bauarbeiten etwa 220.000 Euro gekostet, insgesamt hat der Verein 300.000 Euro ausgegeben. „Mehr haben wir nicht.”



Erinnerung an Wolf- gang Du Bois: Martin Enderle, Peters und Beaugrand auf der Bank, die Familie Du Bois gestiftet hat.

Pro Lutter wird am Samstag Spenden sammeln und seine weiteren Pläne vorstellen. Die stammen unter anderem von Erik Böker. Der 28-jährige Ex-Bielefelder studiert in Berlin Landschaftsarchitektur und schreibt seine Diplomarbeit über die Lutter. „Meine Mutter hat das Thema vorgeschlagen.”
Zehn gesponserte Bänke laden entlang des Lutterbettes zum Verweilen ein. Eine stammt von Familie Du Bois, die silberne Plakette darauf erinnert an den am 30. Januar 2003 gestorbenen Wolfgang Du Bois. Dem ehemaligen Umweltdezernenten und Beiratsmitglied von Pro Lutter sind Enderle und seine Mitstreiter dankbar für seinen Anteil am Lutter-Projekt: „Er war derjenige aus der Verwaltungsspitze, der uns unterstützt hat.”
Das komplette Programm der Lutterpremiere unter www. prolutter.de

Neu Westfälische vom 06.10.2004

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